Hundeohrentzündungen: So reinigen, behandeln und verhindern Sie diese
Ohrentzündungen (Otitis externa) gehören zu den fünf häufigsten Gründen, warum Hunde jedes Jahr tierärztliche Kliniken besuchen. Der Hundegehörgang hat eine andere Form als der eines Menschen — er verfügt über eine lange vertikale Komponente, die in eine horizontale Komponente abwinkelt, bevor sie das Trommelfell erreicht. Diese L-förmige Architektur schafft eine warme, feuchte Umgebung, in der Bakterien und Hefepilze gedeihen können.
Zu verstehen, warum Ohrentzündungen auftreten, wie man sie früh erkennt, und wie man Ohren richtig reinigt und medikamentös behandelt, kann Ihrem Hund erhebliches Unbehagen ersparen — und Ihnen im Laufe der Zeit erhebliche Tierarztkosten sparen.
Warum Hunde Ohrentzündungen bekommen

Ohrentzündungen treten selten isoliert auf. Die meisten sind sekundär zu einem zugrunde liegenden Problem, das die Bedingungen für mikrobielles Überwachstum schafft. Die wichtigsten zugrunde liegenden Ursachen sind:
- Allergien: Umweltallergien (Atopie) und Futterallergien sind die häufigste zugrunde liegende Ursache für wiederkehrende Ohrentzündungen bei Hunden. Allergische Entzündungen verändern die Mikroumgebung des Gehörgangs und fördern das Wachstum von Hefepilzen und Bakterien. Wenn Ihr Hund mehr als zweimal im Jahr Ohrentzündungen bekommt, ist eine Allergiebewertung erforderlich.
- Körperbau: Hunde mit hängenden Ohren — Cocker Spaniels, Basset Hounds, Golden Retrievers — haben eine verminderte Luftzirkulation im Gehörgang. Hunde mit übermäßigem Haarwuchs im Gehörgang (Pudel, Schnauzer) haben das gleiche Problem.
- Feuchtigkeit: Schwimmen, Baden oder sogar feuchte Umgebungen können das Gleichgewicht in Richtung Infektion verschieben. Wasser erweicht die Haut, die den Gehörgang auskleidet, und ermöglicht es Mikroorganismen, einzudringen.
- Hormonelle Störungen: Hypothyreose und Cushing-Krankheit beeinträchtigen die Hautgesundheit und Immunfunktion und erhöhen die Anfälligkeit.
- Fremdkörper: Grasspelzen (Grannen) sind berüchtigt dafür, in Gehörgänge einzudringen, besonders bei Arbeits- und Jagdhunden.
- Ohrmilben: Häufiger bei jungen Hunden und Katzen; verursachen intensives Jucken und einen charakteristischen dunklen, bröckeligen „Kaffeesatz"-ähnlichen Ausfluss.
Eine Ohrentzündung erkennen

Frühe Erkennung ermöglicht eine Behandlung, bevor die Infektion tiefer eindringt (Otitis media — Mittelohrentzündung) oder chronische Veränderungen des Gehörgangs verursacht. Zu den Anzeichen gehören:
- Kopfschütteln oder Kopfneigung
- Kratzen an einem oder beiden Ohren
- Rötung oder Schwellung in der Ohrmuschel oder am Gehörgangöffnung
- Ausfluss — gelber oder brauner Ausfluss deutet auf eine bakterielle Infektion hin; dunkler brauner oder schwarzer Ausfluss mit hefigem Geruch deutet auf Hefepilzüberwachstum hin
- Geruch aus dem Ohr
- Schmerz, wenn das Ohr berührt wird (Hunde können zurückweichen oder Laute geben)
- In schweren Fällen: Hörverlust, Gleichgewichtsprobleme oder Kopfneigung, die auf Mittel- oder Innenohrbefall hindeuten
Nach AVMA ist eine schnelle tierärztliche Behandlung von Ohrentzündungen wichtig — eine verzögerte Behandlung ermöglicht es der Infektion, tiefer in den Gehörgang einzudringen, und kann zu chronischen, schmerzhaften Veränderungen führen, einschließlich Stenose (Verengung) des Gehörgangs, die möglicherweise letztendlich eine Operation erfordert.
Tierärztliche Diagnose und Behandlung
Ihr Tierarzt untersucht den Gehörgang mit einem Otoskop und nimmt eine Ohrzytologie durch — ein einfacher In-Office-Test, bei dem eine Abstrichprobe aus dem Ohr unter dem Mikroskop untersucht wird. Dieser entscheidende Schritt bestimmt, ob die Infektion bakteriell (Stäbchen oder Kokken), Hefepilz (Malassezia) oder eine gemischte Infektion ist, und legt fest, welche Behandlung angemessen ist. Die Behandlung einer Hefepilzinfektion mit Antibiotika — oder umgekehrt — ist unwirksam und ermöglicht es dem falschen Organismus, sich zu vermehren.
Die Behandlung umfasst normalerweise:
- Professionelle Ohrreinigung in der Klinik, die Bereiche erreicht, die die Heimreinigung nicht kann
- Verschreibungspflichtige Ohrentropfen mit Kombinationen aus Antibiotika, Antimykotika und Corticosteroiden (um Entzündungen und Schwellungen zu reduzieren)
- Systemische Antibiotika oder Antimykotika für schwere oder tiefe Infektionen
- Behandlung der zugrunde liegenden Ursache (Allergiebewältigung, Schilddrüsenbehandlung usw.)
Für Hunde, die sich häufigen Ohrentropfenanwendungen widersetzen, können Langzeitprodukte mit Einzelanwendung (wie Claro oder Osurnia) vom Tierarzt angewendet werden und bieten Behandlung für bis zu 30 Tage — ein signifikanter Vorteil für schwierige Hunde.
So reinigen Sie die Ohren Ihres Hundes zu Hause
Die routinemäßige Ohrreinigung ist für Hunde, die anfällig für Ohrenprobleme sind, nach dem Schwimmen oder als Teil der regelmäßigen Pflege geeignet. Bei Hunden mit gesunden Ohren ist ein Reinigen alle 1–4 Wochen typisch — zu häufiges Reinigen kann reizen
