Die Kraft der Hundenase: Wie Hunde Krebs und Krankheiten erkennen
Die Idee, dass ein Hund Krebs aufspüren könnte, klingt wie aus einem Science-Fiction-Film. Aber es ist real, reproduzierbar und zunehmend gut dokumentiert in der wissenschaftlichen Literatur. In den letzten zwei Jahrzehnten hat eine wachsende Menge an Forschung bestätigt, dass trainierte Hunde eine Reihe von schwerwiegenden Krankheiten — einschließlich mehrerer Krebsarten — allein durch Geruch erkennen können, oft in Stadien, die so früh sind, dass konventionelle Screening-Methoden sie vollständig übersehen würden.
Von Sarah Bennett, zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere
Die Architektur der Hundenase

Um zu verstehen, warum Hunde Krankheiten erkennen können, müssen Sie zunächst verstehen, was ihre Nasen so bemerkenswert macht. Eine Hundenasenhöhle enthält ein labyrinthisches System aus papierdünnen Knochen, sogenannte Turbinaten, bedeckt mit olfaktorischem Epithel — das sensorische Gewebe, das Geruchsmoleküle erkennt. Beim Menschen bedeckt dieses Gewebe eine Fläche von etwa der Größe einer Briefmarke. Bei einem Deutschen Schäferhund Nierenkrankheit bei Hunden: Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel & Lebensqualität">Nierenkrankheit bei Katzen: Ernährung, Symptome & Prognose">Nierenkrankheit: Was wir wissen & Was wir nicht wissen">Nierenkrankheit bei Katzen: Ernährung, Symptome & Prognose">Nierenkrankheit">Gesundheitsprobleme: Der komplette Leitfaden für Besitzer">Deutscher Schäferhund Hüftdysplasie: Vorbeugung, Anzeichen & Behandlung">Deutscher Schäferhund Hüftdysplasie: Vorbeugung, Anzeichen & Behandlung">Deutscher Schäferhund Hüftdysplasie: Vorbeugung, Anzeichen & Behandlung">Deutscher Schäferhund Rasseguide">Deutscher Schäferhund Gesundheitsprobleme: Der komplette Leitfaden für Besitzer">Deutscher Schäferhund bedeckt es eine Fläche von etwa der Größe eines Taschentuchs.
Hunde besitzen auch ein zweites Riechsorgan, das Menschen völlig fehlt: das vomeronasale Organ oder Jacobson-Organ, das im Gaumen sitzt. Dieses Organ erkennt nicht flüchtige chemische Signale und spielt eine Rolle im sozialen und reproduktiven Verhalten. Wenn ein Hund das charakteristische "Flehmen" mit der Oberlippe macht, lenkt er Geruchsmoleküle zu diesem Organ zur Analyse.
Der Riechkolben — die Gehirnregion, die Geruch verarbeitet — macht etwa 12,5% des gesamten Gehirnvolumens eines Hundes aus, im Vergleich zu 0,01% beim Menschen. Proportional widmet das Hundegehirn weitaus mehr neuronale Ressourcen der Verarbeitung von Geruchsinformationen. Es ist nicht nur eine Frage der rohen Empfindlichkeit; es ist ein grundlegend anderes Verhältnis zu chemischen Informationen über die Welt.
Die ersten Studien: Blasenkrebs und Hautkrebs

Die wissenschaftliche Untersuchung der Hundekrankheitserkennung begann 1989 mit einem Fallbericht in The Lancet, in dem ein Hund wiederholt an einem Muttermal am Bein seines Besitzers schnüffelte — ein Muttermal, das sich als malignes Melanom herausstellte. Der Beharrlichkeit des Hundes war es zu verdanken, dass der Besitzer medizinische Hilfe suchte und möglicherweise das Leben gerettet wurde.
Dieser Fall inspirierte die erste kontrollierte Studie, veröffentlicht im BMJ 2004 von Willis et al. — heute ein Meilenstein-Papier in diesem Bereich. Forscher trainierten sechs Hunde, Blasenkrebs durch das Schnüffeln von Urinproben zu erkennen. Die Hunde identifizierten korrekt Krebsproben mit einer Rate, die deutlich über dem Zufall lag, wobei ein Hund eine Genauigkeit erreichte, die mit Standard-Diagnosetests vergleichbar ist. Diese Studie etablierte den Nachweis, dass die Hundegerucherkennung krebsassoziierte flüchtige organische Verbindungen (VOCs) in biologischen Proben identifizieren könnte.
Wie Krebs einen erkennbaren Geruch erzeugt
Krebszellen haben einen grundlegend veränderten Stoffwechsel. Maligne Tumoren verbrauchen Glukose in erhöhten Mengen, produzieren ungewöhnliche Stoffwechselnebenprodukte und geben Proteine und Zelltrümmer anders ab als gesundes Gewebe. Viele dieser Stoffwechselunterschiede erzeugen flüchtige organische Verbindungen — kleine Moleküle, die leicht verdampfen und in den Blutkreislauf, die Atemluft, den Urin und den Schweiß gelangen.
