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Lieben Katzen ihre Besitzer wirklich? Die Wissenschaft sagt Ja

By Julia WrenfieldAktualisiert 19. Oktober 20268 min read
Evidence-based · Sources checked
{"en": "Affectionate tabby cat rubbing head against owner's hand, demonstrating feline bonding and emotional connection", "es": "Gato atigrado afectuoso frotando su cabeza contra la mano del due\u00f1o, demostrando v\u00ednculo felino", "fr": "Chat tigr\u00e9 affectueux frottant sa t\u00eate contre la main du propri\u00e9taire, montrant le lien \u00e9motionnel f\u00e9lin", "de": "Verschmuster getigerter Kater reibt seinen Kopf an der Hand des Besitzers und zeigt emotionale Katzenbindung", "nl": "Liefhebbende gestreepte kat wrijft zijn hoofd tegen de hand van de eigenaar, toont katachtige emotionele binding", "pt": "Gato tigrado carinhoso esfregando a cabe\u00e7a na m\u00e3o do dono, demonstrando conex\u00e3o emocional felina", "it": "Gatto tigrato affettuoso che sfrega la testa sulla mano del proprietario, mostrando il legame emotivo felino"}

Lieben Katzen ihre Besitzer wirklich? Die Wissenschaft sagt ja

Zentrale Erkenntnis: Eine wegweisende Studie der Oregon State University hat ergeben, dass die Mehrheit der Katzen sichere Bindungsbeziehungen zu ihren Besitzern aufbaut – dieselbe psychologische Bindung, die man bei menschlichen Säuglingen und bei Hunden beobachtet. Das Klischee der distanzierten, gleichgültigen Katze wird durch die Daten nicht gestützt.

Katzen haben ein Imageproblem. Jahrhunderte kultureller Mythologie haben sie als einzelgängerische, eigennützige Wesen dargestellt, die ihre Besitzer nur so lange dulden, wie der Napf gefüllt bleibt. Doch eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen erzählt eine ganz andere Geschichte. Katzen knüpfen tatsächlich echte emotionale Bindungen zu den Menschen, die sich um sie kümmern – und die neurowissenschaftlichen und verhaltensbezogenen Daten, die dies belegen, sind belastbarer, als die meisten Menschen ahnen.

Von Julia Wrenfield, Forscherin für das Wohlbefinden von Haustieren

Die Bindungsstudie der Oregon State University

Im Jahr 2019 veröffentlichten Forscher der Oregon State University das, was zu einem sofortigen Meilenstein in der felinen Verhaltenswissenschaft wurde. Mit dem „Secure-Base-Test“ – einer Methodik, die ursprünglich zur Beurteilung der Bindung bei menschlichen Säuglingen entwickelt und später für Hunde angepasst wurde – platzierten sie Katzen in einem unbekannten Raum, während der Besitzer anwesend war, ließen den Besitzer dann gehen und beobachteten das Verhalten der Katze bei der Wiedervereinigung.

Die Ergebnisse, die unter anderem von Science Daily ausführlich aufgegriffen wurden, waren frappierend: Etwa 64 % der Katzen zeigten einen Stil der „sicheren Bindung“, indem sie ihren Besitzer als sichere Basis nutzten, von der aus sie die neue Umgebung erkundeten. Wenn der Besitzer ging, zeigten diese Katzen Anzeichen von Stress; wenn der Besitzer zurückkehrte, beruhigten sie sich rasch und kehrten zur Erkundung zurück. Nur 36 % zeigten unsichere Bindungsmuster – ein Verhältnis, das nahezu identisch mit dem ist, das man bei menschlichen Säuglingen (65 % sicher) und Hunden (58 % sicher) beobachtet.

Was sichere Bindung wirklich bedeutet

Die Bindungstheorie, entwickelt vom Psychologen John Bowlby, beschreibt, wie Individuen tiefe emotionale Bindungen zu Bezugspersonen aufbauen. Ein sicher gebundenes Individuum nutzt die Bezugsperson als „sicheren Hafen“ in Zeiten von Stress und als „sichere Basis“, von der aus die Welt erkundet wird. Dieser Bezugsrahmen war enorm einflussreich für das Verständnis der menschlichen Kindesentwicklung, und seine Anwendung auf Katzen offenbart etwas Tiefgreifendes: Viele Katzen betrachten ihre Besitzer nicht bloß als Futtergeber, sondern als echte Bindungspersonen.

Wie The Guardian über die Studie berichtete, betonte die leitende Forscherin Kristyn Vitale, dass die Bindungsbeziehung bei Katzen stabil zu sein scheint. Selbst nach einem Sozialisations-Interventionsprogramm, das darauf ausgelegt war, die Bindungen zwischen Katze und Mensch zu verbessern, blieb der Anteil sicherer vs. unsicherer Katzen gleich – was darauf hindeutet, dass der Bindungsstil eine relativ feste Eigenschaft der einzelnen Katze ist und nicht einfach ein Spiegelbild dessen, wie viel Training sie erhalten hat.

Anzeichen, dass Ihre Katze Sie liebt (aus dem Felinen übersetzt)

Eine grau-weiße Katze, die ihre Stirn gegen die Hand eines Besitzers reibt und so Zuneigung durch Duftmarkierung zeigt

Katzen zeigen Zuneigung nicht so, wie Hunde es tun. Sie stürmen nicht zur Tür, springen nicht ohne Vorwarnung auf den Schoß oder lecken enthusiastisch Gesichter. Ihre emotionalen Ausdrucksformen sind subtiler, und um sie zu verstehen, muss man eine andere Sprache lernen. Aber sobald Sie wissen, worauf Sie achten müssen, sind die Anzeichen feliner Zuneigung überall.

Das langsame Blinzeln ist vielleicht am besten dokumentiert. Wenn eine Katze Blickkontakt aufnimmt und langsam die Augen schließt und wieder öffnet, wird dies von Forschern weithin als Signal entspannten Vertrauens interpretiert – das feline Äquivalent eines Lächelns. Studien haben bestätigt, dass Katzen auf Menschen, die ihnen langsam zurückblinzeln, mit vermehrtem Annäherungsverhalten reagieren, was darauf hindeutet, dass es als echte soziale Kommunikation fungiert und nicht als zufälliges Verhalten.

Das „Kopfstoßen“ – wenn eine Katze ihre Stirn oder Wange gegen Sie drückt – ist ein weiteres klares Zuneigungssignal. Katzen haben Duftdrüsen an den Wangen und der Stirn, und beim Kopfstoßen werden Pheromone auf einem bevorzugten Individuum oder Gegenstand abgegeben. Dies ist ein Markierungsverhalten, doch im sozialen Kontext dient es der Bindung. Katzen stoßen anderen Katzen den Kopf zu, mit denen sie affiliativ verbunden sind; wenn sie es bei Ihnen tun, ordnen sie Sie fest dieser Kategorie zu.

Die Rolle der Lautäußerungen in der Bindung zwischen Katze und Mensch

Erwachsene Katzen miauen fast nie andere Katzen an. Das Miauen, so glauben Forscher inzwischen, hat sich speziell als Kommunikationsmittel entwickelt, das sich an Menschen richtet. Kätzchen miauen nach ihren Müttern, doch sobald sie das Erwachsenenalter erreichen, verlagert sich die Kommunikation von Katze zu Katze auf Körpersprache, Duft und subtile Lautäußerungen wie Chirpen und Trillern. Das beharrliche Miauen, das erwachsene Katzen an ihre Besitzer richten, ist daher etwas, das Katzen speziell für die Interaktion mit Menschen entwickelt – oder angepasst – haben.

Dies ist eine Form der Koevolution. Katzen, die besser mit Menschen kommunizieren konnten, erhielten mehr Fürsorge, und über Generationen hinweg wurde die Fähigkeit zur auf Menschen gerichteten Lautäußerung weiter verfeinert. Wie der Leitfaden der ASPCA zum Katzenverhalten anmerkt, entwickeln einzelne Katzen sogar personalisierte „Vokabulare“ mit ihren jeweiligen Besitzern – einzigartige Laute, die der Besitzer zu deuten und darauf zu reagieren lernt, wodurch ein privates Kommunikationssystem entsteht.

Vermissen Katzen ihre Besitzer?

Die Bindungsdaten legen nahe, dass sie es tun. Katzen in der Kategorie der sicheren Bindung zeigten messbare Stressreaktionen, wenn ihre Besitzer den Raum verließen – erhöhte Aktivität, Lautäußerungen und gestörtes Verhalten. Bei der Rückkehr des Besitzers beruhigten sich sicher gebundene Katzen rasch. Unsicher gebundene Katzen wirkten paradoxerweise bei der Rückkehr manchmal gleichgültig, zeigten jedoch insgesamt höhere Hintergrund-Stresswerte.

Die Untersuchung von BBC Future zu den Bindungen zwischen Katze und Mensch hebt Forschungsergebnisse hervor, die zeigen, dass Katzen ihre Aktivitätsmuster an die ihrer Besitzer anpassen, mehr Zeit in deren Nähe verbringen, wenn sie anwesend sind, und bei längerer Abwesenheit Verhaltensänderungen zeigen, die mit Distress vereinbar sind. Dies ist nicht das Verhalten eines Wesens, das seinen Besitzer als austauschbaren Futterspender betrachtet.

Die Wissenschaft des Katzenschnurrens

Schnurren ist eine der ikonischsten Verhaltensweisen von Katzen, und es ist komplexer, als es scheint. Katzen schnurren bei positiven Erfahrungen – beim Streicheln, beim Säugen, beim Ruhen in der Nähe einer bevorzugten Person –, aber auch bei Stress und Krankheit. Dies hat einige Forscher zu der Annahme veranlasst, dass sich das Schnurren teilweise als Selbstberuhigungsmechanismus und teilweise als Kommunikationssignal entwickelt haben könnte.

Die Frequenz des Katzenschnurrens (typischerweise 25–150 Hz) überschneidet sich mit dem Bereich, von dem in einigen Studien gezeigt wurde, dass er die Knochenheilung und Gewebereparatur fördert. Während diese Hypothese vom „heilenden Schnurren“ noch diskutiert wird, hat sie erhebliches wissenschaftliches Interesse geweckt. Gut belegt ist, dass Katzen selektiv mehr in der Nähe ihrer Besitzer schnurren als in der Einsamkeit – ein weiterer Datenpunkt, der die soziale, bindungsstiftende Funktion des Verhaltens stützt.

Warum Katzen einen ungerechten Ruf haben

Ein Teil des Grundes, warum Katzen als weniger anhänglich wahrgenommen werden als Hunde, liegt in Unterschieden der verhaltensbezogenen Grundlinie, die in der Evolutionsgeschichte verwurzelt sind. Hunde sind Rudeltiere, die von Wölfen abstammen, mit sozialen Hierarchien und ständiger Gruppenkohäsion. Katzen stammen von weitgehend einzelgängerischen Jägern ab. Ihre soziale Bindung ist real, aber sie wirkt mit geringerer Intensität und mit anderen Signalen.

Forschung, die in Studien zum sozialen Verhalten von Katzen ausgewertet wurde – einschließlich der Arbeit des Katzenethologen John Bradshaw (PMID 28228063) –, macht deutlich, dass Katzen keine asozialen Tiere sind. Sie bilden stabile soziale Gruppen, pflegen langfristige Beziehungen und zeigen klare Vorlieben für bestimmte Individuen gegenüber anderen. Der Unterschied besteht darin, dass Katzen diese Vorlieben zu ihren eigenen Bedingungen ausdrücken, nicht auf Abruf – eine Eigenschaft, die menschlichen Beobachtern, die eine hundeähnliche Ausdrucksweise erwarten, als Gleichgültigkeit erscheint.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • 64 % der Katzen zeigen eine sichere Bindung zu ihren Besitzern – nahezu identisch mit der Rate bei menschlichen Säuglingen.
  • Katzen haben das Miauen speziell zur Kommunikation mit Menschen entwickelt; erwachsene Katzen miauen fast nie andere Katzen an.
  • Langsames Blinzeln, Kopfstoßen und die Entscheidung, in Ihrer Nähe zu schlafen, sind klare Signale feliner Zuneigung und Vertrauens.
  • Katzen zeigen messbaren Stress, wenn Besitzer gehen, und beruhigen sich rasch, wenn sie zurückkehren – Belege für echte emotionale Bindungen.
  • Das Katzenschnurren ist ein soziales, bindungsstiftendes Verhalten, das stärker an Besitzer gerichtet ist als an Katzen in der Einsamkeit.
  • Das Klischee der „distanzierten Katze“ spiegelt eine Fehldeutung feliner sozialer Signale wider, nicht einen Mangel an emotionaler Bindung.

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Quellen

  1. Vitale KR, et al. (2019). Attachment bonds between domestic cats and humans. Current Biology. PMID: 31513811
  2. Bradshaw JWS. (2017). Sociality in cats: a comparative review. Journal of Veterinary Behavior. PMID: 28228063

Autorin: Julia Wrenfield, Forscherin für das Wohlbefinden von Haustieren

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Quellen & weiterführende Literatur

Dieser Artikel basiert auf begutachteter tiermedizinischer Forschung und seriösen Quellen. Entdecken Sie die Wissenschaft in unserer Forschungsbibliothek.

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Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine tierärztliche Beratung dar. Konsultieren Sie stets einen approbierten Tierarzt für die Gesundheit Ihres Haustiers.

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