Mit Ihrem Hund durch Europa reisen: Länder-für-Länder Regelungen
Europa ist im Allgemeinen eine der hundefreundlichsten Regionen der Welt. Hunde sind in französischen Restaurants willkommen, erlaubt in öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland und werden in Spanien und Portugal als Familienmitglieder behandelt. Aber „hundefreundlich" bedeutet nicht „regellos". Jedes Land hat seine eigenen Regelungen, die festlegen, wie Hunde reisen dürfen, wohin sie gehen können und welche Dokumentation sie mitführen müssen.
Als jemand, der jahrelang europäische Haustierbesitzer in Sachen Tierernährung und Wohlbefinden beraten hat, habe ich schon viele Urlaubspläne durch einen fehlenden Stempel im Heimtierausweis oder ein RasseVerbot, das der Besitzer nicht kannte, kompliziert gesehen. Dieser Länder-für-Länder-Leitfaden hilft Ihnen, sich richtig vorzubereiten — damit die einzigen Überraschungen auf Ihrer Reise die guten sind.
Die Grundlagen: EU-Heimtierausweis & Mikrochip
In allen EU-Mitgliedstaaten gelten konsistente Anforderungen: Ihr Hund muss einen ISO-kompatiblen Mikrochip haben (vor oder zum Zeitpunkt der Tollwutimpfung implantiert), eine gültige Tollwutimpfung im EU-Heimtierausweis eingetragen haben und — bei erstmaliger Reise — 21 Tage nach dieser ersten Impfung warten, bevor er Grenzen überquert.
ESCCAP-Richtlinien empfehlen auch, dass Hunde, die durch Europa reisen, vor Zecken, Flöhen und Darmwürmern geschützt sind, die für die besuchten Regionen geeignet sind, da das Parasitenpräventionsrisiko zwischen Nord- und Südeuropa stark variiert.
Frankreich

Frankreich ist berühmt für seine Hundeverträglichkeit. Sie finden Hunde in Brasserien, in der Métro und in vielen Supermärkten. Rechtlich braucht Ihr Hund einen gültigen EU-Heimtierausweis und eine Tollwutimpfung. Frankreich verlangt keine Bandwurmbehandlung für Hunde, die aus anderen EU-Staaten einreisen (anders als in Irland oder Finnland). Hunde müssen in städtischen Gebieten und in Nationalparks an der Leine geführt werden, es sei denn, es gibt ausgewiesene freie Zonen. Bestimmte Rassen, die als „Kategorie 1" (Kampfhunde) oder „Kategorie 2" (Angriffshunde) klassifiziert sind, unterliegen Einschränkungen — einschließlich obligatorischer Maulkörbe in der Öffentlichkeit und einem Verbot, nicht registrierte Kategorie-1-Rassen ins Land zu bringen.
Spanien
Spanien ist ein weiteres sehr hundefreundliches Reiseziel. Regionale Gesetze variieren — Katalonien, Madrid und Andalusien haben jeweils ihre eigenen Regelungen zum Zugang zu Stränden und Parks, mit vielen Stränden, die nur außerhalb der Hochsaison hundefreundlich sind (normalerweise September bis Juni). Hunde benötigen einen EU-Heimtierausweis und eine Tollwutimpfung. Spanien hat auch sein eigenes Register von „möglicherweise gefährlichen Hunden" (PPP — Perros Potencialmente Peligrosos), und bestimmte Rassen benötigen eine Sondergenehmigung, eine Haftpflichtversicherung und obligatorische Maulkörbe in öffentlichen Räumen. Die Berichterstattung über Spanien von The Guardian berichtet regelmäßig über sich ändernde regionale Haustierbestimmungen.
Deutschland

Deutschland hat einige der hundefreundlichsten öffentlichen Verkehrsmittel in Europa — Hunde sind in Zügen, Straßenbahnen und Bussen grundsätzlich erlaubt und erfordern oft nur eine Kinderkarte. Allerdings haben deutsche Bundesländer erhebliche Autonomie über Hunderegelungen. Bayern zum Beispiel hat strengere Regeln für „gefährliche Rassen" als Berlin. Alle Hunde, die nach Deutschland einreisen, müssen einen gültigen EU-Heimtierausweis haben. Ein Nachweis einer Haftpflichtversicherung (Hundehaftpflichtversicherung) ist in den meisten deutschen Bundesländern obligatorisch und wird bundesweit dringend empfohlen — sie deckt Schäden ab, die Ihr Hund Dritten zufügt.
Niederlande
Die Niederlande haben derzeit keine rassenspezifische Gesetzgebung auf nationaler Ebene (ein Verbot von Pit-Bull-ähnlichen Hunden wurde 2009 nach Erweis der Unwirksamkeit aufgehoben). Hunde sind außerhalb der Stoßzeiten in Zügen mit einer Tageskarte willkommen. Amsterdam und andere Städte haben ausgewiesene Hundetoilettenbereiche (uitlaatstroken) und verlangen von Besitzern, nach ihren Haustieren zu räumen — Bußgelder für Nichtbeachtung werden aktiv durchgesetzt. EU-Heimtierausweis erforderlich; keine zusätzlichen Behandlungen über die EU-Standardanforderungen hinaus erforderlich.
Belgien
Belgien delegiert wie Deutschland viele seiner Tierregelungen auf regionaler Ebene. Flandern, Wallonien und Brüssel haben jeweils unterschiedliche Regelungen zu Rasseverboten und Leinenpflicht. Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln in Brüssel benötigen eine Leine und einen Maulkorb. EU-Heimtierausweis ist erforderlich. Belgien hat auch spezifische Anforderungen bezüglich bestimmter Rassen in verschiedenen Regionen.
