Scheinträchtigeit bei Hündinnen: Anzeichen, Dauer & Wann Sie sich Sorgen machen sollten

Schnellübersicht
  • Betroffen: Bis zu 50% der unkastrierten (nicht sterilisierten) weiblichen Hunde
  • Ursache: Hormonell — Progesteronabfall löst Prolaktinaufstieg aus
  • Dauer: Löst sich normalerweise in 2–3 Wochen ohne Behandlung auf
  • Risiko: Mastitis bei längerer Milchproduktion
  • Vorbeugung: Kastration beseitigt Wiederholung

Sie haben bemerkt, dass Ihre Hündin ein weiches Spielzeug herumträgt, ein Nest in ihrem Bett baut und aussieht, als hätte sie einen Bauch voller Welpen — aber Sie wissen mit Sicherheit, dass sie nie mit einem Rüden zusammengebracht wurde. Was ist los? Die Antwort ist Scheinträchtigkeit, auch bekannt als Pseudogravidität oder Scheinträchtig. Es ist eine bemerkenswert häufige Erkrankung bei unkastrierten weiblichen Hunden, und obwohl sie normalerweise harmlos ist, kann sie für sowohl den Hund als auch seinen Besitzer belastend sein. Das Verständnis des hormonellen Mechanismus dahinter, das Erkennen der Anzeichen und das Wissen, wann man tierärztliche Unterstützung suchen sollte, macht die Navigation in dieser Erfahrung viel einfacher.

Was ist Scheinträchtigkeit? Die hormonelle Geschichte

Um Scheinträchtigkeit zu verstehen, müssen Sie verstehen, wie sich der Fortpflanzungszyklus von Hunden von den meisten anderen Arten unterscheidet. Bei Hunden tritt der Körper nach jedem Läufigkeitszyklus — unabhängig davon, ob eine Paarung stattgefunden hat — in eine Phase namens Diöstrus ein, während der die Progesteronspiegel ungefähr 60–90 Tage lang erhöht bleiben. Dies spiegelt das hormonelle Profil einer echten Trächtigkeit wider.

Wenn der Diöstrus endet, fällt das Progesteron stark ab. Bei einer Hündin, die tatsächlich Welpen bekommen hat, löst dieser Abfall die Hypophyse aus, um Prolaktin freizusetzen — das Hormon, das für die Milchproduktion und das Mutterverhalten verantwortlich ist. Bei Hunden, die nie schwanger wurden, tritt die gleiche hormonelle Kaskade auf. Der Körper kann nicht zwischen dem Ende einer echten Trächtigkeit und dem Ende des Diöstrus nach einer Scheinträchtigkeit unterscheiden. Das Ergebnis ist, dass das Gehirn und der Körper so handeln, als hätte eine Geburt stattgefunden, was alle damit verbundenen Verhaltensweisen und physischen Veränderungen auslöst.

Dieses Phänomen soll Wurzeln in der Evolution haben — in wilden Canidenpacks würden nicht-züchtende Weibchen üblicherweise Scheinträchtigkeiten erleben, was ihnen erlaubte, Milch zu produzieren und bei der Pflege der Welpen des dominanten Paares zu helfen. Aus evolutionärer Perspektive ist es ein Merkmal, kein Fehler. Für den modernen Haustierbesitzer kann es jedoch ziemlich beunruhigend sein.

Wie häufig ist sie?

Scheinträchtigkeit betrifft schätzungsweise 40–50% der unkastrierten weiblichen Hunde irgendwann in ihrem Leben, was sie zu einer der häufigsten Fortpflanzungsstörungen bei der Art macht. Einige Rassen scheinen stärker dazu zu neigen als andere, einschließlich Dackel, Basset Hounds und einige der Spaniels. Einige einzelne Hunde erleben nach jedem Läufigkeitszyklus eine leichte Scheinträchtigkeit; andere nur ein- oder zweimal im Leben. Es gibt keine klare genetische Markierung, die vorhersagt, wer betroffen sein wird.

Anzeichen und Symptome

Nahaufnahme der vergrößerten Milchdrüsen mit Milchproduktion während der Scheinträchtigkeit mit Tierarzt untersucht

Scheinträchtigkeit beginnt typischerweise 6–12 Wochen nach dem Ende der Läufigkeit (Östrus), gegen Ende der Diöstrus-Phase. Die Anzeichen variieren in ihrer Schwere von kaum bemerkbar bis ausgeprägt und können sowohl physische als auch verhaltensbezogene Veränderungen umfassen:

Physische Anzeichen:

  • Vergrößerung der Milchdrüsen: Die Zitzen und das Milchdrüsengewebe vergrößern sich und können sich fest und warm anfühlen.
  • Milchproduktion: Das auffälligste physische Anzeichen — tatsächliche Milch (oder eine wässrige, milchähnliche Flüssigkeit) kann aus den Brustwarzen ausgedrückt werden, manchmal reichlich. Dies wird Galaktorrhoe genannt.
  • Aufbauchen des Abdomens: Der Bauch kann leicht abgerundet aussehen und eine Trächtigkeit nachahmen.
  • Vaginaler Ausfluss: Ein gelegentlich milder Ausfluss kann auftreten.
  • Lethargie und verminderter Appetit: Einige Hunde wirken während des hormonellen Höhepunkts allgemein "unwohl" oder leicht krank.
  • Erbrechen: Milde gastrointestinale Anzeichen können die hormonellen Veränderungen begleiten.

Verhaltensbezogene Anzeichen:

  • Nistverhalten: Das Sammeln von Decken, Handtüchern oder weichen Gegenständen, um ein Nest zu schaffen. Dies kann intensiv sein.
  • Spielzeugadoption: Vielleicht das auffälligste Verhaltensmerkmal — der Hund wählt ein bestimmtes weiches Spielzeug (manchmal eine Socke oder einen Hausschuh) aus und behandelt es wie einen Welpen. Sie bewacht es, trägt es sanft und wird verstört, wenn es entfernt wird.
  • Unruhe und Angst: Rastlosigkeit, Unfähigkeit sich zu beruhigen, Anhänglichkeit.
  • Aggression: Einige Hunde werden schützend gegenüber ihrem "Nest" und ihren "Welpen" und können knurren oder schnappen, wenn sie sich ihnen nähern.
  • Mütterliches Verhalten gegenüber anderen Tieren oder Spielzeugen: Versuche
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