Australian Shepherd Gesundheit: MDR1, CEA & Epilepsie
Ein erheblicher Prozentsatz von Australian Shepherds trägt eine genetische Mutation (MDR1/ABCB1), die lebensbedrohliche Toxizität durch Medikamente verursacht, die bei anderen Hunden völlig sicher sind. Gängige Arzneimittel wie Ivermectin (in vielen Herzwurmprävention und antiparasitären Behandlungen enthalten), Loperamid (Imodium), bestimmte Chemotherapeutika und einige Narkosemittel können bei betroffenen Hunden schwere neurologische Toxizität verursachen – Anfälle, Blindheit, Koma und Tod – in Dosen, die routinemäßig bei nicht betroffenen Tieren verwendet werden.
Jeder Australian Shepherd MUSS vor der Verabreichung eines Medikaments auf die MDR1-Mutation getestet werden. Das ist nicht optional. Das ist eine Frage von Leben und Tod. Informieren Sie jeden Tierarzt, jede Tierklinik oder jeden Hundefriseur, den Ihr Hund besucht, darüber, ob Ihr Hund MDR1-normal, Träger oder betroffen ist.
Der Australian Shepherd ist eine intelligente, leistungsorientierte Hütehundrasse, die wegen ihrer Vielseitigkeit, Trainierbarkeit und auffälligen Erscheinung beliebt ist. Mit einer typischen Lebenserwartung von 12–15 Jahren können Aussies viele Jahre lang gesunde, aktive Begleiter sein – aber nur wenn ihre Besitzer über rassenspezifische Gesundheitsrisiken informiert sind. Die vier kritischsten Gesundheitsbedenken für diese Rasse sind die MDR1-Genmutation und ihre lebensbedrohlichen Arzneimittelwechselwirkungen, Collie Eye Anomaly (CEA), idiopathische Epilepsie und Hüftdysplasie.
MDR1 / ABCB1 Genmutation: Eine potenziell tödliche Arzneimittelempfindlichkeit
Das Multidrug-Resistance-Gen (MDR1, auch ABCB1 genannt) codiert P-Glykoprotein, ein Protein, das als molekulare Pumpe an der Blut-Hirn-Schranke fungiert und bestimmte Arzneimittel aktiv entfernt, bevor sie sich zu giftigen Niveaus im Gehirn. Australian Shepherds, Collies, Shetland Sheepdogs und mehrere andere Hütehundrassen tragen häufig eine Deletionsmutation in diesem Gen, die die P-Glykoprotein-Funktion beeinträchtigt. Hunde mit zwei Kopien des mutierten Allels (homozygot betroffen) haben einen stark beeinträchtigten Arzneimittelefflux; Hunde mit einer Kopie (heterozygote Träger) haben ein mittleres Risiko.
Welche Medikamente sind gefährlich?
Die Liste der Arzneimittel, die bei MDR1-betroffenen Hunden Toxizität verursachen können, ist umfangreich und umfasst Medikamente, auf die Tierärzte und Besitzer routinemäßig stoßen können:
- Ivermectin — in vielen Herzwurmprävention und Breitspektrum-Entwurmungsmitteln enthalten. Sogar Dosen, die bei anderen Hunden für sicher befunden werden, können bei betroffenen Aussies tödliche neurologische Toxizität verursachen. Hinweis: die niedrigen Dosen in standardmäßigen monatlichen Herzwurmprävention-Produkten wie Heartgard sind in der Regel auch bei betroffenen Hunden sicher – aber höher dosierte Ivermectin-Formulierungen sind äußerst gefährlich.
- Loperamid (Imodium) — ein rezeptfreies Antidiarrhoicum, das in jeder Apotheke erhältlich ist. Scheinbar harmlos, aber möglicherweise tödlich bei betroffenen Hunden.
- Selamectin, Milbemycin, Moxidectin — andere antiparasitäre Arzneimittel; das Risiko variiert je nach Arzneimittel und Dosis.
- Vincristin, Doxorubicin — Chemotherapeutika, die sich im Zentralnervensystem betroffener Hunde ansammeln.
- Acepromazin — ein in der Veterinärnarkose häufig verwendetes Sedativum; verursacht tiefe, prolongierte Sedation bei betroffenen Hunden.
- Butorphanol — ein Opioid-Schmerzmittel mit verstärkten ZNS-Effekten bei betroffenen Hunden.
Anzeichen von MDR1-Toxizität sind: erweiterte Pupillen, Desorientierung, übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen, Muskelzittern, scheinbare Blindheit, Anfälle, Koma und Atemdepression. Die Behandlung ist nur unterstützend – es gibt kein Gegengift. Die Genesung hängt ganz davon ab, wie viel Arzneimittel verabreicht wurde und wie schnell unterstützende Pflege eingeleitet wird.
Was Sie tun sollten
DNA-Tests auf die MDR1/ABCB1-Mutation sind weit verbreitet, kostengünstig und definitiv. Ein einfacher Wangenabstrich, der an ein akkreditiertes Labor gesendet wird (das Veterinary Clinical Pharmacology Lab der Washington State University bietet den validierten Test an), liefert ein Ergebnis von Normal/Normal, Mutant/Normal (Träger) oder Mutant/Mutant (betroffen).
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Quellen & weiterführende Literatur
Dieser Artikel basiert auf begutachteter tiermedizinischer Forschung und seriösen Quellen. Entdecken Sie die Wissenschaft in unserer Forschungsbibliothek.
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