Warum kratzt meine Katze sich in den Ohren? Ursachen & Behandlung
Aktualisiert Juni 2026
- Selbstverletzungen durch Kratzen — offene Wunden, Blutungen oder deutlicher Haarausfall um die Ohren
- Kopfschütteln kombiniert mit plötzlicher Kopfschiefhaltung oder Gleichgewichtsverlust (Beteiligung des Vestibularapparats)
- Große, schwappende Schwellung an der Ohrmuschel (Othämatom)
- Starker, übler oder ungewöhnlich süßlicher Geruch aus dem Gehörgang
- Dunkelbraunes, kaffeesatzähnliches Sekret im Gehörgang
Eine Katze, die sich obsessiv in den Ohren kratzt oder den Kopf schüttelt, tut dies selten ohne guten Grund. Der Gehörgang ist eine warme, geschützte Umgebung, in der sich Parasiten, bakterielle und Pilzüberwucherungen sowie Fremdkörper ansiedeln können — alles äußerst reizend. Die Identifikation der genauen Ursache ist wichtig, da sich die Behandlung erheblich unterscheidet, und die Verwendung des falschen Produkts kann das Problem verschlimmern.
1. Ohrmilben (Otodectes cynotis) — Häufigster bei jungen Katzen

Ohrmilben sind mikroskopisch kleine Parasiten, die im Gehörgang leben und sich von Hautschuppen ernähren. Sie verursachen intensiven Juckreiz, Kopfschütteln und ein charakteristisches dunkelbraunes, krümeliges Sekret, das Kaffeesatz ähnelt. Sie verbreiten sich schnell zwischen Katzen in engem Kontakt und sind besonders häufig bei Kätzchen und Katzen mit Freigang. Ohrmilben sind unter einem Otoskop sichtbar und können manchmal beobachtet werden, wenn das Ohrensekret unter Vergrößerung untersucht wird. Die Behandlung besteht aus einer einmaligen Anwendung eines topischen Antiparasitikums (Selamectin, Moxidectin oder Ivermectin-basierte Produkte), das auf die Haut aufgetragen wird — verschreibungspflichtige Produkte sind deutlich wirksamer als rezeptfreie Optionen. Alle Kontakttiere müssen gleichzeitig behandelt werden.
2. Otitis Externa (Bakterielle oder Pilzinfektion)

Bakterielle oder Pilz- (Malassezia) Überwucherung im äußeren Gehörgang ist eine häufige Ursache für Ohrenkratzen bei Katzen aller Altersgruppen. Betroffene Ohren sind typischerweise rot, entzündet und können ein bräunlich-gelbes Sekret mit ausgeprägtem muffigem oder süßlichem Geruch aufweisen. Pilzinfektionen sind besonders häufig bei Katzen mit Allergien oder anatomischen Faktoren, die Feuchtigkeit speichern. Die Diagnose erfordert die Untersuchung eines Ohrenabstrichs unter dem Mikroskop (Zytologie), um festzustellen, ob Bakterien, Pilze oder beides vorhanden sind — dies bestimmt, welches Medikament zu verwenden ist. Die Behandlung besteht aus verschreibungspflichtigen Ohrentropfen (antimykotisch, antibiotisch oder kombiniert) und gründlicher Ohreinigung.
3. Allergien
Sowohl Futterallergien als auch Umweltallergien (Atopie) äußern sich bei Katzen häufig als Ohrentzündung. Allergische Otitis ist oft wiederkehrend — die Katze hat über Monate bis Jahre mehrere Ohrinfektionen, und jede Infektion wird mit Behandlung gelöst, kehrt aber innerhalb von Wochen zurück. Das Ohr selbst ist das Zielorgan, das auf die allergische Entzündung der Haut reagiert. Ohne Identifikation und Behandlung der zugrunde liegenden Allergie werden Infektionen weiterhin wiederkehren. Ein Fütterungseliminationstest (8–12 Wochen mit striktem Futter mit neuartigem Protein oder hydrolysiertem Futter) kann Auslöser in der Ernährung identifizieren; Umweltallergien können Allergietests und Immuntherapie erfordern.
4. Fremdkörper
Ein Grashalm, Sand oder anderes Verschleißmaterial, das im Gehörgang steckt, verursacht plötzlich auftretende intensive Kopfschüttel- und Kratzbewegungen an einem Ohr. Im Gegensatz zu Infektionen tritt das Unbehagen bei Fremdkörpern typischerweise abrupt auf und betrifft nur ein Ohr. Versuchen Sie nicht, den Gehörgang selbst zu spülen oder zu sondieren — Sie könnten das Objekt tiefer drücken oder das Trommelfell reißen. Die tierärztliche Entfernung unter Sedation ist normalerweise unkompliziert und hebt die Symptome sofort auf.
5. Polypen und Wucherungen
Nasopharyngeale Polypen — gutartige entzündliche Wucherungen — können sich bei jungen Katzen vom Mittelohr in den Gehörgang erstrecken und verursachen chronische Entzündungen, Sekrete und Kratzen. Tumoren (Ceruminusdrüsenadenokarzinom, Plattenepithelkarzinom) betreffen häufiger ältere Katzen und können als feste Massen im oder um den Gehörgang erscheinen. Jede Wucherung im oder in der Nähe des Ohrs erfordert tierärztliche Untersuchung, da einige gutartig sind, während andere eine Operation oder weitere Behandlung erfordern.
6. Othämatom
Ein Othämatom — eine blutgefüllte Schwellung der Ohrmuschel (Pinna) — ist keine Ursache für Ohrenkratzen, sondern eher eine Folge davon. Wenn eine Katze den Kopf schüttelt oder sich kratzt,
