Was ist Spondylosis Deformans?
Spondylosis deformans ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, die sich durch die Bildung von Knochensporen – so genannte Osteophyten – entlang der Ränder der Wirbelkörper auszeichnet. Diese Knochenvorsprünge wachsen an den Grenzen der Bandscheiben zwischen den Wirbeln und können schließlich Brücken bilden, die benachbarte Wirbel verbinden. Es ist eine nicht-entzündliche Erkrankung, die sich von Erkrankungen mit Bandscheibenvorfällen unterscheidet, obwohl die beiden zusammen auftreten können.
Die Erkrankung entwickelt sich als Reaktion auf Instabilität oder abnormale Bewegungen zwischen den Wirbelsegmenten, wobei der Körper versucht, das Gebiet durch zusätzliche Knochenbildung zu stabilisieren. Sie kann jeden Teil der Wirbelsäule betreffen, wird aber am häufigsten in den Brust- und Lendenwirbelbereichen beobachtet. Die lumbosakrale Verbindung – das Gelenk zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein – ist ein weiterer besonders häufiger Ort.
Warum sie oft unerkannt bleibt
Spondylose ist häufig ein zufälliger Befund auf Röntgenaufnahmen, die aus anderen Gründen angefertigt werden, und viele Hunde mit signifikanten Knochenveränderungen in der Bildgebung zeigen wenig oder gar keine klinischen Beschwerden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Osteophyten nicht immer auf Nervenbahnen drücken und die allmähliche Stabilisierung der betroffenen Wirbelsegmente mit der Zeit bewegungsbedingte Schmerzen tatsächlich reduzieren kann.
Wenn Symptome vorhanden sind, sind sie subtil und progressiv – eine allmähliche Versteifung, eine Widerwilligkeit, so intensiv wie zuvor zu trainieren, oder milde Schwierigkeiten beim Aufstehen aus der Ruhe. Diese Anzeichen werden leicht dem normalen Altern zugeschrieben, und sowohl Hundebesitzer als auch Tierärzte könnten nicht daran denken, die Wirbelsäule gezielt zu untersuchen, es sei denn, es treten dramatischere neurologische Anzeichen auf. Das Ergebnis ist, dass die Erkrankung im Leben deutlich unterdiagnostiziert wird.
Rassen und Risikofaktoren
Spondylosis deformans betrifft eine breite Palette von Rassen, ist aber besonders verbreitet bei großen und riesigen Rassen sowie bei Arbeitshunden, die wiederholten physischen Anforderungen an die Wirbelsäule ausgesetzt waren. Boxer wurden historisch als besonders hohe Prävalenz vermerkt, und die Erkrankung wird auch häufig bei Deutschen Schäferhunden, Labrador Retrievern, Airedale Terriern und Cocker Spaniels beobachtet.
Das Alter ist der stärkste einzelne Risikofaktor – die Erkrankung wird selten vor dem mittleren Alter beobachtet und wird bei älteren Hunden zunehmend häufiger. Es wird geschätzt, dass die meisten großen Rassevertreter bereits im Alter von zehn Jahren einen gewissen Grad an spondylotischen Veränderungen aufweisen, die auf Röntgenaufnahmen erkennbar sind. Übergewicht, frühere Wirbelsäulentraumata und wiederholte berufliche Belastung sollen alle ihre Entwicklung beschleunigen.
Klinische Anzeichen

Die Bandbreite der klinischen Manifestationen ist groß. Am einen Ende des Spektrums kann der Hund völlig asymptomatisch sein und die Veränderungen zufällig entdeckt werden. Am anderen Ende kann signifikante Osteophytenbildung, die auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln drückt, Schmerzen, Schwäche und neurologische Defizite verursachen.
Häufige Anzeichen, wenn Spondylose klinisch signifikant ist, sind Widerwilligkeit gegen körperliche Betätigung, Steifheit besonders nach Ruhe, ein verkürzter Gang in den Hintergliedmaßen, Schwierigkeiten bei Treppen oder Sprüngen und Haltungsveränderungen wie ein gekrümmter Rücken oder Widerwilligkeit, den Hals oder den Rücken vollständig auszustrecken. Einige Hunde zeigen Anzeichen von Übertragungsschmerz – wirken unwohl, wenn das Gebiet berührt wird, oder drehen sich scharf um, um auf das hintere Ende zu schauen.
In schweren Fällen, bei denen knöcherne Brückenfunktionen oder Osteophyteneinengung das Rückenmark direkt beeinflussen, können Ataxie – ein unkoordinierter, wackelnder Gang – oder ausgeprägte Schwäche und Lähmung der Hintergliedmaßen auftreten. Diese schwerwiegenderen neurologischen Anzeichen erfordern eine dringende tierärztliche Beurteilung.
Diagnose
Einfache Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule bleiben das primäre diagnostische Mittel für Spondylosis deformans und reichen in der Regel aus, um die knöchernen Veränderungen zu identifizieren und zu charakterisieren. Es werden mehrere Aufnahmen gemacht, um alle Bereiche der Wirbelsäule zu beurteilen, und der Grad und der Ort der Osteophytenbildung helfen bei der Planung der Behandlung.
Wenn neurologische Anzeichen vorhanden sind oder wenn ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen wird, ist eine fortgeschrittene Bildgebung mit MRT oder CT erforderlich, um die Rückenmarkskompression, die Bandscheibenerkrankung und die genaue Anatomie einer Knocheneninengung auf neuronale Strukturen zu bewerten. Diese Modalitäten bieten Informationen, die einfache Röntgenaufnahmen nicht bieten können, und sind in Fällen mit signifikanten klinischen Defiziten unerlässlich.
Managementansätze
Da Spondylosis deformans eine degenerative Erkrankung ist, zielt die Behandlung darauf ab, Symptome zu bewältigen und die Lebensqualität zu erhalten, anstatt die knöchernen Veränderungen, die dauerhaft sind, rückgängig zu machen. Für Hunde mit milden oder keinen klinischen Anzeichen ist ein beobachteter Ansatz mit regelmäßiger Neubewertung angemessen.
Schmerzmanagement
NSAIDs sind der Eckpfeiler der medizinischen Behandlung für Hunde mit Schmerzen, die der Spondylose zugeordnet werden. Sie sind sehr wirksam bei der Kontrolle von Wirbelsäulenschmerzen und der Verbesserung von Komfort und Mobilität, wenn sie angemessen verwendet und auf Nebenwirkungen überwacht werden. Bei Hunden, die NSAIDs schlecht vertragen, können zusätzliche Analgetika wie Gabapentin oder Amantadin verwendet werden, besonders wenn eine neuropathische Schmerzkomponente vorhanden ist.
Gewichtsmanagement und Bewegung
Die Aufrechterhaltung einer idealen Körperkondition ist besonders wichtig bei Hunden mit Wirbelsäulenerkrankungen. Übergewicht erhöht die Belastung aller Gelenke, einschließlich der Zwischenwirbelgelenke, und beschleunigt degenerative Veränderungen. Regelmäßige, gemäßigte Bewegung auf ebenen Flächen hilft, die Kernmuskelkraft zu erhalten, was wiederum die Wirbelsäule stützt und Schmerzen reduziert. Hochbelastungsaktivitäten wie Springen und raues Spiel sollten vermieden werden.
Physiotherapie und Hydrotherapie
Hundephysiotherapie wird zunehmend als wertvolles Instrument zur Behandlung chronischer Wirbelsäulenerkrankungen anerkannt. Kernstärkungsübungen, propriozeptive Arbeiten auf Balancierplatten und Hydrotherapie in einem warmen Becken oder auf einem Unterwasserlaufband helfen dabei, die Rückenmarksstützmuskulatur zu erhalten und betroffene Hunde länger mobil und komfortabel zu halten.
Ernährungsunterstützung
Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA aus Fischöl, haben gut belegte entzündungshemmende Eigenschaften und werden häufig als Nahrungsergänzungsmittel für Hunde mit degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen empfohlen. Grünlippenmuschel-Extrakt und Kurkuma (in angemessenen tierärztlichen Präparaten) werden auch von vielen Fachleuten als Teil eines umfassenden
