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Portosystemischer Shunt bei Hunden: Leberbypass und Wachstumsstörungen

By Sarah Bennett2. Juli 20264 min read
Reviewed by Dr. Sarah Bennett, DVM
Small Yorkshire Terrier puppy on veterinary examination table during hepatic assessment

Der Welpe, der nie richtig gedeiht

Ein Wurf Yorkshire-Terrier-Welpen ist acht Wochen alt. Die meisten sind lebhaft, nehmen an Gewicht zu und erreichen ihre Meilensteine. Einer ist deutlich kleiner, manchmal wackelig nach dem Fressen, und starrt gelegentlich leer ins Nichts. Dieses Muster — der Schwächling, der neurologisch „nicht richtig" wirkt — ist eine klassische Darstellung eines Portosystemischen Shunts (PSS), eines strukturellen Defekts, der Blut ermöglicht, die Leber vollständig zu umgehen.

Was ist ein Portosystemischer Shunt?

Bei einem gesunden Hund fließt Blut aus dem Magen-Darm-Trakt durch die Pfortader zur Leber, wo Toxine gefiltert, Nährstoffe verarbeitet und Abfallprodukte umgewandelt werden, bevor das Blut in den Kreislauf gelangt. Bei einem Hund mit einem Portosystemischen Shunt leitet ein abnormales Blutgefäß das Pfortaderblut direkt in den Systemkreislauf um und umgeht die Leber vollständig.

Angeborene vs. erworbene Shunts

Angeborene Shunts sind von Geburt an vorhanden und stellen die große Mehrheit der Fälle dar. Sie können extrahepatisch sein (das abnormale Gefäß sitzt außerhalb der Leber — am häufigsten bei kleinen Rassen) oder intrahepatisch (innerhalb der Leber — häufiger bei großen Rassen wie Irish Wolfhounds und Labradors). Erworbene Shunts entwickeln sich sekundär zu chronischen Lebererkrankungen und Pfortaderhypertonie; sie sind seltener und treten typischerweise bei älteren Tieren auf.

Rassen mit erhöhtem Risiko

Obwohl jeder Hund betroffen sein kann, tragen bestimmte Rassen aufgrund vererbter Faktoren eine deutlich höhere Veranlagung:

  • Yorkshire Terrier — die am häufigsten betroffene Rasse
  • Malteser
  • Mops
  • Miniatur-Schnauzer
  • Irish Wolfhounds (intrahepatisch)
  • Golden Retriever
  • Labrador Retriever

Klinische Symptome: Mehr als nur kleine Größe

Kleiner Hund mit Desorientierung und leerem Starren nach einer Mahlzeit, zeigt Symptome einer hepatischen Enzephalopathie

Da die Leber dafür verantwortlich ist, Ammoniak und andere Stoffwechselabbauprodukte zu entgiften, entwickeln Hunde mit PSS eine hepatische Enzephalopathie — neurologische Funktionsstörung durch Ansammlung von Toxinen im Gehirn. Die Symptome können episodisch auftreten und werden häufig durch eine proteinreiche Mahlzeit ausgelöst.

Häufige Präsentationen

  • Gehemmtes Wachstum und niedriges Körpergewicht
  • Desorientierung, Kopfdrücken oder leeres Starren
  • Übermäßiger Speichelfluss und Sabbern
  • Übermäßiges Wasserlassen oder Trinken
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder Ammoniumbiurat-Blasensteine
  • Anfälle in schweren Fällen

Viele Besitzer berichten, dass ihr Hund "betrunken" oder verwirrt wirkt, besonders in den Stunden nach dem Fressen. Die Symptome verbessern sich oft vorübergehend durch Fasten oder proteinarme Mahlzeiten, was ein aufschlussreiches klinisches Zeichen ist.

Diagnose und Klassifizierung

Routineblutuntersuchungen können niedriges Albumin, niedriges Glucose, mildgradig erhöhte Leberenzyme und eine kleine Leber (Mikrohepatika) bei der Bildgebung zeigen. Gallensäuren — gemessen nüchtern und zwei Stunden nach dem Essen — sind der Standard-Screening-Test und sind oft deutlich erhöht. Die definitive Identifizierung des Shunt-Gefäßes erfordert fortgeschrittene Bildgebung: Doppler-Ultraschall, CT-Angiographie oder nukleares Szintigramm. Die CT-Angiographie ist zunehmend die bevorzugte Methode, da sie die Anatomie genau abbildet, um die chirurgische Planung zu leiten.

Behandlung: Chirurgie versus medizinische Behandlung

Chirurgische Vorbereitung zur Portosystemischen Shunt-Attenuation mit Ameroid-Konstriktor-Gerät

Die chirurgische Attenuation des Shunts ist die definitive Behandlung und bietet die beste langfristige Prognose, besonders für extrahepatische angeborene Shunts. Eine schrittweise Okklusion mit einem Ameroid-Konstriktor oder Cellophanband ermöglicht es der Pfortaadzirkulation, sich über Wochen anzupassen, anstatt plötzliche Hypertonie zu verursachen. Studien berichten von guten bis ausgezeichneten Ergebnissen bei etwa 85 Prozent der Hunde, die sich einer Operation für einzelne extrahepatische Shunts unterziehen.

Die medizinische Behandlung wird bei Hunden verwendet, die schlechte chirurgische Kandidaten sind, oder wenn Besitzer sich entscheiden, keine Operation durchführen zu lassen. Sie konzentriert sich auf eine proteinmodifizierte Ernährung (angemessen aber nicht übermäßig Protein, mit Betonung auf pflanzliche und Milchquellen gegenüber rotem Fleisch), Lactulose zur Verringerung der Ammoniakproduktion im Darm und Antibiotika wie Metronidazol zur Veränderung der Darmbakterien. Die medizinische Behandlung kontrolliert die Symptome, behebt aber nicht den zugrunde liegenden Shunt, und die Leberfunktion verschlechtert sich typischerweise im Laufe der Zeit weiter.

Jeder Hund, bei dem ein Portosystemischer Shunt vermutet wird, sollte von einem Tierarzt für Innere Medizin oder Chirurgie mit Erfahrung bei Lebererkrankungen untersucht werden. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser das chirurgische Ergebnis. Wenn Sie einen Welpen einer kleinen Rasse haben, der nicht mit seinen Wurfgeschwistern mithalten kann und neurologische Episoden zeigt, warten Sie nicht — besprechen Sie die Gallensäure-Testung mit Ihrem Tierarzt umgehend.

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Disclaimer:This article is for informational purposes only and does not constitute veterinary advice. Always consult a qualified veterinarian for your pet's health concerns.

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