Von Julia Wrenfield, Fachautorin für Haustiergesundheit
Hundeblähung — medizinisch als Gastric Dilatation-Volvulus oder GDV bekannt — ist eine der schnellsten tödlichen Erkrankungen bei Hunden. Der Magen füllt sich mit Gas, Flüssigkeit oder Futter und verdreht sich dann um seine Achse, wodurch die Blutversorgung der Magenwand und Milz unterbrochen wird, Gas im Inneren eingeschlossen bleibt und große Blutgefäße komprimiert werden. Der gesamte Prozess kann von den ersten Symptomen bis zum Tod in nur zwei bis drei Stunden fortschreiten. Es gibt kein Hausmittel. Eine Operation ist die einzige Behandlung.
Warnsignale für Hundeblähung
Frühe Erkennung ist der Unterschied zwischen Leben und Tod bei GDV. Lernen Sie diese Zeichen auswendig.
Klassische Zeichen (Handeln Sie sofort)
- Erfolglose Würgbewegungen oder trockenes Erbrechen — der Hund versucht zu erbrechen, bringt aber wenig oder nichts hoch, oder produziert nur weißen Schaum
- Sichtbar aufgeblähter, straffer Bauch — der Bauch wirkt aufgeschwollen, besonders auf der linken Seite hinter dem Brustkorb
- Extreme Unruhe und Unfähigkeit, sich wohlzufühlen — der Hund läuft umher, liegt sich hin, steht auf, kann nicht zur Ruhe kommen
- Übermäßiges Sabbern
- Gekrümmte Körperhaltung oder Gebetshaltung Position (Ellbogen auf dem Boden, Hinterquartier erhöht)
Zeichen eines kardiovaskulären Kollaps (kritisches Stadium)
- Blasse oder weiße Zahnfleischränder
- Schnelle, flache Atmung
- Schwacher, schneller Puls
- Plötzliche Schwäche oder Zusammenbruch
- Glasige, unfokussierte Augen
Was passiert tatsächlich im Körper
Bei einfacher Magenüberblähung (Dilatation ohne Volvulus) füllt sich der Magen mit Gas, hat sich aber nicht verdreht. Dies kann sich gelegentlich ohne Operation selbst beheben, erfordert aber dennoch eine Notfalluntersuchung durch einen Tierarzt. Bei GDV dreht sich der Magen um bis zu 360 Grad. Die Milz, die an der Magenwand befestigt ist, verdreht sich mit ihm. Die Verdrehung unterbricht die arterielle Blutversorgung, wodurch die Magenwand und die Milz innerhalb von Minuten zu sterben beginnen. Der aufgeblähte Magen komprimiert auch die hintere Hohlvene und reduziert den Blutfluss zurück zum Herzen, was zu schnellem kardiovaskulären Schock führt. Ohne Notfalloperation zum Entriegeln und Dekomprimieren des Magens stirbt der Hund.
Gefährdete Rassen
GDV ist überwiegend eine Erkrankung großer und riesiger Rassen mit tiefem, schmalem Brustkorb (hohes Verhältnis der Brustkorbtiefe zur -breite).
- Deutsche Dogge — Lebensrisiko geschätzt auf 37 %
- Standard-Pudel
- Deutscher Schäferhund
- Irischer Setter und Irischer Wolfshund
- Weimaraner
- Gordon Setter
- Bluthund
- Dobermann
- Boxer
- Basset Hound (eine Ausnahme — kleine aber tiefbrüstige Rasse)
Eine Familiengeschichte von GDV erhöht das Risiko für einen einzelnen Hund erheblich. Rüden, ältere Hunde und untergewichtige Hunde haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.
Notfallmaßnahmen: Was Sie sofort tun müssen
Schritt 1 — Rufen Sie sofort Ihren Notfalltierarzt an
Beobachten und warten Sie nicht. Rufen Sie an, während Sie sich auf den Weg machen. Teilen Sie mit, dass Sie GDV vermuten, damit sie den Operationssaal und das Anästhesieteam vor Ihrer Ankunft vorbereiten können.
Schritt 2 — Transportieren Sie sorgfältig
Helfen Sie Ihrem Hund ins Fahrzeug — lassen Sie einen zusammengebrochenen Hund nicht springen. Legen Sie ihn auf die Seite auf eine Decke auf der Rückbank. Fahren Sie direkt zur Notfallklinik. Halten Sie nicht an.
Schritt 3 — Versuchen Sie keine Heimbehandlung
Es gibt nichts, das Sie zu Hause tun können, um GDV zu behandeln. Versuchen Sie nicht, den Bauch zu massieren, Gas-X oder Simethicon zu geben oder eine Magensonde zu verwenden, es sei denn, Sie sind ein ausgebildeter Tierarzt. Die Zeit, die mit ineffektiver Heimbehandlung verbracht wird, ist die Zeit, in der die Magenwand stirbt.
Was Sie beim Tierarzt erwarten können
Bei der Ankunft wird das Tierarztteam Ihren Hund mit intravenösen Flüssigkeiten stabilisieren und dann ein Röntgenbild verwenden, um zu bestätigen, ob sich der Magen verdreht hat. Wenn GDV bestätigt wird, umfasst die Notfalloperation das Dekomprimieren des Magens, das Entriegeln, die Bewertung der Gewebeviabilität (tote Teile des Magens oder der Milz werden entfernt) und dann eine Gastropexie — chirurgisches Befestigen der Magenwand an der Körperwand, um zukünftige Verdrehungen zu verhindern. Die Überlebensraten bei schnellen Operationen in einer gut ausgestatteten Einrichtung liegen bei 80–85 %. Eine verzögerte Vorstellung reduziert die Überlebenschancen erheblich.
Vorbeugende Gastropexie für gefährdete Rassen
Prophylaktische Gastropexie — elektiv durchgeführt, bevor ein GDV-Ereignis auftritt — wird stark für Deutsche Doggen, Irische Wolfshunde und andere sehr gefährdete Rassen empfohlen. Sie kann laparoskopisch zum Zeitpunkt der Sterilisation/Kastration durchgeführt werden. Das Verfahren verhindert, dass sich der Magen verdreht, und reduziert das GDV-Mortalitätsrisiko auf nahe Null, obwohl sich der Magen immer noch ohne Verdrehung aufblähen kann.
Frühere Forschungen deuteten darauf hin, dass erhöhte Schüsseln das GDV-Risiko reduzierten — neuere Studien reversierten diesen Fund und deuteten darauf hin, dass sie das Risiko bei großen Rassen möglicherweise tatsächlich erhöhen. Füttern Sie Ihren großen Hund von einer bodengestützten Schüssel, teilen Sie die täglichen Mahlzeiten in zwei oder drei Portionen auf, und erzwingen Sie
